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1970er Baujahre

Wirtschaftlich setzte sich der Aufschwung aus den 60er Jahren bis zur ersten Ölkrise 1973 fort, dann ging es aber nicht nur mit der Bauwirtschaft rauf und runter. Bauzinsen kletterten 1980
bis auf 12%. Danach herrschte erstmal Ruhe auf dem Bausektor, bis zum Mauerfall 1989, aber dass wußte man natürlich noch nicht zu diesem Zeitpunkt.

Aber wie wurde in den 70er Jahren gebaut. Was ist besser als ein Blick in die Wärmeschutzverordnung aus dieser Zeitspanne von 1970 bis 1979.

1) Auf Grund der Ölkrise gab es 1974 ergänzende Bestimmungen zum Wärmeschutz.

2) Wärmeschutzverordnung vom 11.August 1977
Auf Grund des § 1 Abs. 2, des § 4 Abs. 1 und des § 5 des Energieeinsparungsgesetzes EnEG vom 22. Juli 1976 verordnet die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates.

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Mindestanforderungen an den Wärme- und Schallschutz waren in den 70er Jahren auch noch sehr gering. Allerdings wurde nach dem Ölschock auch schon unabhängig der Wärmeschutzverordnung wärmedämmend gebaut. Diese Maßnahmen sind zum Beispiel aus den Werkplänen und Leistungsbeschreibungen oder Baubeschreibungen zu entnehmen. Fehlen hier die Angaben kann man von den Mindestanforderungen der Wärmeschutzverordnung ausgehen.

Wärmedämmende Maßnahmen durch Verordnungen hatten wir in den 70er Jahren 1974 + 1977

1974 ausgelöst durch die Ölkrise, hier gab es 1974 ergänzende Bestimmungen zum Wärmeschutz.

1) Änderungen 1974: Die Wärmedämmgebiete I und II wurden zusammengefaßt und gemeinsam mit den höheren Anforderungen des Wärmedämmgebietes II belegt.

Nachweis: Mindestwerte der Bauteile durch Nachweis des Wärmedurchlaßwiderstandes.

Außenmauerwerk

Mit dieser ergänzenden Bestimmung ist der Vollziegel mit 24 cm als Außenwand nicht mehr zulässig.

Die Mindestanforderungen an AW lagen umgerechnet auf den heutigen U-Wert von 1,8 - 1,5

Decken unter nicht ausgebauten Dachgeschossen wurden verbessert auf 1,0 U-Wert

Kellerdecken von 1,3 auf 1,0 U-Wert

Steil- und Flachdächer von 1,5 auf 0,6 U-Wert

Änderungen 1977:

(Wärmeschutzverordnung- Wärmeschutz V)

Nachweis: Mindeswerte der Bauteile durch Nachweis des Wärmedurchgangskoeffienten (k-Zahl), heute U-Wert.

Beim Außenmauerwerk wurde jetzt der Nachweis der Wärmeverluste in Abhängigkeit des Verhältnisses von Außenwand und Fensterflächen gefordert. Hier gab es eine große Auswahl an Fenster, Isolierverglasung war Standart von 6mm über 12 mm Luftzwischenraum bis hin zur 3fach-Verglasung und Doppelverglasung sowie Doppelfenster. Die Anforderungen lagen je nach Grundrissschnitt von 1,45 - 1,75 (U-Wert)

Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen und Decken, die Räume nach oben und unten gegen die Außenluft abgrenzen. 0,45 (U-Wert)

Kellerdecken sowie Wände und Decken gegen unbeheizte Räume. 0,80 (U-Wert)

Decken und Wände, die an das Erdreich grenzen. 0,90 (U-Wert)

Der Siegeszug des Betons aus den 60er Jahren wurde fortgesetzt, leider auch mit allen Wärmebrücken

Schwachstellen sind hier vor allem die konstrutiven Bauteile wie:

  • Fensterleibungen, Fensterbänke, Sturzauflager und Rollladenkästen.
  • Sohlpatten, Geschossdecken, Kragplatten, Balkonplatten, Podestplatten, Treppenläufe, Stahlbetonunterzüge.
  • Erdgeschossaußenwand an Kelleraußenwand, Treppenhauswand an Bodenplatte, Wohnungstrennwände, Erdgeschoßtrennwand an Kellergeschoßtrennwand, Giebelmauerkronen, Innenwandmauerkronen.

Abdichtungsarbeiten gegen aufsteigende und seitlich eindringende Bodenfeuchtigkeit waren vorgeschrieben, aber in der Praxis treten auch heute noch bei mehr als 20 Prozent der Neubauten Feuchtigkeitsschäden im erdberührten Kellerbereich auf.

Im Sanitärbereich findet man zeitgemäße Installationen, ebenfalls im Elektrobereich.

Kohleheizung war teuer, Olheizung spottbillig, da fragte keiner nach Wirtschaftlichkeit.

Die Ära der Ofenheizung ist vorbei. Sie wird sie von der Ölheizung verdrängt. Heizungsnischen werden Standard und sind ein auch ein Grund, dass Heizungsanlagen wie Kessel, Rohre, Pumpen und Heizkörper immer überdimensioniert werden. Die Wärmebedarfsberechnung nach DIN 4108 gabs schon und wenn sie mal aufgestellt worden ist, hat der Heizungsbaumeister nur müde gelächelt und die vorhandenen Heizungsnischen voll mit Heizungsrippen installiert.

Fenster mit Isolierverglasung und Rollläden werden Standard. Schiebeelemente und Dreifachverglasung werden modern. Hier typische Wärmebrücken, wie Fensterbänke, Heizungsnischen, Fensterleibungen und Rolllädenkästen.

Ausreichende Wärmedämmung an allen Bauteilen zur Zeit dieser Ära oder Zeitspanne.

Ausreichende Schalldämmung an allen Bauteilen zur Zeit wie vor.

Dachstühle mit Unterspannbahn setzen sich durch, haben aber mit der Wärmedämmung nichts zu tun, da es nur zum Schutz der Wärmedämmung des Kaltdaches diente. Für Bauherren und Bauunternehmer war diese Unterspannbahn praktisch, der Rohbau war nach dem Richten des Dachstuhles mit Unterspannbahn erstmal Regendicht.
In der Regel konnten Sie 4-12 Wochen auf den Dachdecker warten und so konnten Sie die Innenausbauten weiter fortführen.

Verarbeitung von asbesthaltigen Baustoffen, wie Dachplatten oder Fassadenplatten

Verarbeitung von Mineralwolle, deren Faserlänge zu klein sind

Verarbeitung von gesundheitsschädlichen Holzschutzmitteln zur Behandlung von Holzverkleidungen.

Verarbeitung von formaldehydhaltigen Holzbaustoffen.

Auch wenn diese Häuser inzwischen renoviert worden sind, die vorgenannten gesundheitlichschädlichen Baustoffe wurden weit bis in die 90er Jahre zum Teil noch verbaut.

Heizwärmebedarf bis Baujahr 1977 pro qm Wohnfläche 280 bis 360 kWh/qm und Jahr.

Heizwärmebedarf Baujahr 1977-1983 pro qm Wohnfläche 200 bis 260 kWh/qm und Jahr.

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