Leerstand und Herausforderungen bei Siedlungshäusern mit Einliegerwohnungen im Dachgeschoss
2 Millionen leerstehende Wohnungen in Deutschland
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gibt es in Deutschland rund 2 Millionen leerstehende Wohnungen. Ein erheblicher Teil dieses Leerstands konzentriert sich auf strukturschwache ländliche Regionen. Besonders betroffen sind ältere Gebäude, die häufig einen erheblichen Modernisierungsbedarf aufweisen. Darunter fallen auch zahlreiche Häuser aus den 1950er und 1960er Jahren.
Situation der Siedlungshäuser mit Einliegerwohnungen
In den 1950er und 1960er Jahren wurden überwiegend Siedlungshäuser errichtet, die oft über Einliegerwohnungen, insbesondere im Dachgeschoss, verfügen. Diese Häuser wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, um Familien Wohnraum zu bieten und durch die Vermietung der Einliegerwohnung ein zusätzliches Einkommen zu ermöglichen. Bislang existiert jedoch keine gezielte Auswertung, die sich speziell auf Siedlungshäuser mit Einliegerwohnung im Dachgeschoss bezieht.
Gründe für den Leerstand
Viele dieser Siedlungshäuser entsprechen heute nicht mehr den aktuellen Wohnansprüchen. Sie sind energetisch sanierungsbedürftig oder befinden sich in Regionen mit sinkender Bevölkerungszahl. Die Einliegerwohnungen im Dachgeschoss werden häufig nicht mehr genutzt oder lassen sich schwer vermieten, was den Leerstand weiter begünstigt.
Typische Probleme im Dachgeschoss
- Außenwände bestehen aus Ziegeln, Kalksandsteinen, Schlacke- oder Bimssteinen mit Wandstärken zwischen 24 und 30 cm.
- Dachschrägen sind heute out.
- Stahlbeton-Deckenplatten mit Verbundestrich sind weit verbreitet.
- Oft fehlt eine ausreichende Wärmedämmung.
- Steile, massive Treppen stellen ein weiteres Merkmal dar.
- Durch mangelhafte Sanierungsmaßnahmen am Kaltdach kommt es zu Undichtigkeiten.
- Massive Wärmebrücken entstehen, da aus Brandschutzgründen Mauerwerksscheiben bis zur Oberkante der Sparren ohne Dämmung geführt werden. Bei hohen Außentemperaturen wirken diese Mauerscheiben wie Heizplatten im Innenraum, zudem verstärken Dachfenster die Aufheizung der Räume.
Sanierungsmöglichkeiten und aktuelle Herausforderungen
Eine energetische Dachsanierung nach ENEV-Standard ist oft zu aufwendig und entspricht nicht den aktuellen Ansprüchen potenzieller Mieter. Ist das Dach jedoch noch intakt und ein funktionierendes Kaltdach vorhanden, mit oder ohne Unterspannbahn kann bei Eigennutzung eine Dämmung und Sanierung von innen erfolgen. Weitere Informationen dazu finden sich im Bereich Altbausanierung.
Chancen durch große Grundstücke
Siedlungshäuser verfügen häufig über große Grundstücke. In solchen Fällen empfiehlt es sich, einen Blick in den Bebauungsplan zu werfen und die zulässige Bebauung zu prüfen, um gegebenenfalls Entwicklungspotenziale für das Grundstück zu entdecken.
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