DIN 276 - KG 365 Elementierte Dachkonstruktionen
Tageslichteinfall in Flachdächern: Was Heimwerker beachten sollten
Räume unter Flachdächern leiden oft unter unzureichendem Tageslicht. Dies macht sich besonders in Anbauten, Garagen mit Wohnbereich, Bungalows und umgebauten Gewerbeflächen bemerkbar, wo Seitenfenster allein oft nicht ausreichen, um den Raum gleichmäßig zu beleuchten. Eine Dachöffnung mit einem Dachfenster ändert dies grundlegend. Licht fällt von oben ein, verteilt sich gleichmäßiger im Raum und reduziert den Bedarf an künstlicher Beleuchtung tagsüber. Für Heimwerker, die ihr eigenes Haus planen oder ein bestehendes Gebäude renovieren, ist die Nachrüstung einer solchen Dachöffnung ein Projekt mit hohem Nutzen und überschaubarem Aufwand.
Vor der Bestellung eines Dachfensters muss die Dachkonstruktion geprüft werden. Entscheidende Faktoren sind die Tragfähigkeit der Decke am geplanten Einbauort, die vorhandene Dämmung und die Art der Dachabdichtung. Das Schneiden einer Öffnung in ein Betondach ist komplexer als in eine Holzkonstruktion, wo sie relativ einfach mit einer Säge und einem neuen Rahmen hergestellt werden kann. Der Aufkantungsrahmen, auf dem die Kuppel oder das Fenster sitzt, muss die richtige Höhe für die Dämmstoffdicke haben und eine dichte Abdichtung zur bestehenden Dachhaut gewährleisten. Standard-Aufkantungsrahmenhöhen liegen zwischen 15 und 50 Zentimetern. Wer bereits einen funktionierenden Aufkantungsrahmen besitzt und nur die Kuppel austauschen möchte, findet bei Lichtkuppeldirekt.de Sanierungsrahmen, die den bestehenden Aufkantungsrahmen erhalten und den Austausch ermöglichen, ohne die Dachabdichtung zu beeinträchtigen.
Materialauswahl: Acrylglas oder Polycarbonat
Die Verglasung einer Lichtkuppel besteht üblicherweise aus Acrylglas oder Polycarbonat. Acrylglas ist transparenter und behält seine Klarheit über viele Jahre, ist aber anfälliger für mechanische Belastungen. Polycarbonat ist schlagfester und besser geeignet für Standorte mit Hagel- oder anderen mechanischen Belastungen. Beide Materialien sind in ein- bis fünfschichtigen Ausführungen erhältlich. Einschichtige Kuppeln sind für unbeheizte Räume wie Garagen oder Lagerräume ausreichend. Für Wohnräume werden mindestens zweilagige, besser jedoch dreilagige Ausführungen empfohlen, da diese eine deutlich bessere Wärmedämmung erzielen und Kondenswasserbildung im Inneren verhindern. Die Wahl zwischen Klarglas und Opalglas hängt vom Verwendungszweck ab: Klarglas ermöglicht Sicht und direkteres Licht, während Opalglas das Licht gleichmäßiger streut und Blendung sowie direkte Sonneneinstrahlung verhindert.
Selbstmontage
Der Einbau eines Dachfensters ist eine Aufgabe, die ein erfahrener Heimwerker mit der Hilfe einer zweiten Person an einem Wochenende erledigen kann. Der Vorgang umfasst das Markieren und Ausschneiden der Dachöffnung, das Einsetzen und Verschrauben des Aufkantungsprofils, das Abdichten mit Bitumenbahnen oder Flüssigkunststoff sowie die Montage der Dachkuppel. Es ist entscheidend, dass die Abdichtung nicht nur am Rand des Aufkantungsprofils, sondern auch am Übergang zur bestehenden Dachdeckung sorgfältig ausgeführt wird. Undichtigkeiten an dieser Stelle führen mit der Zeit zu Feuchtigkeitsschäden in der Dämmung, die sich möglicherweise erst bemerkbar machen, wenn die Gebäudestruktur bereits beeinträchtigt ist. Wer sich bei der Abdichtung unsicher ist, sollte diesen Schritt einem Dachdecker überlassen und den Rest der Montage selbst durchführen.
Planung zusätzlicher Funktionen
Neben der reinen Lichtversorgung können Dachfenster und Flachdachfenster auch der Belüftung dienen. Modelle mit Dreh- oder Schiebemechanismus lassen sich manuell oder elektrisch öffnen und ermöglichen eine natürliche Querlüftung. In Treppenhäusern dienen sie zudem als Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, was in Mehrfamilienhäusern baurechtlich vorgeschrieben sein kann. Sicht- und Sonnenschutzblenden, die nachträglich an der Kuppel angebracht werden, regulieren den Wärmeeintrag im Sommer und schützen Möbel und Fußböden vor UV-Strahlung. Es empfiehlt sich, diese Optionen bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen, da die Wahl des Aufkantungsprofils und der Kuppelgröße die Machbarkeit einer späteren Nachrüstung beeinflusst.