CAD Planungsbüro BLUM

DIN 276 - KG 390 Sonstige Maßnahmen

Überblick über Baugerüste im Bauwesen

Baugerüste sind temporäre Konstruktionen, die während der Errichtung, Instandhaltung oder Reparatur von Gebäuden verwendet werden, um den Zugang zu hochgelegenen Arbeitsbereichen zu ermöglichen. Sie bestehen in der Regel aus Metallrohren, Holzbohlen oder einem modularen System von Komponenten, die sicher verbunden werden, um eine stabile Arbeitsplattform zu bieten. Es gibt verschiedene Arten von Baugerüsten, darunter Rahmengerüste, Modulgerüste, Fahrgerüste und Hängegerüste, die jeweils für spezifische Anwendungen und Bauprojekte konzipiert sind. Die Auswahl des richtigen Gerüsttyps hängt von Faktoren wie der Höhe und Form des Gebäudes, den erforderlichen Arbeitslasten und den geltenden Sicherheitsvorschriften ab. Im Bauwesen spielen Baugerüste eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Sicherheit und Effizienz von Bauarbeiten.
Abrechnung der Gerüstarbeiten in Wort und Bild.

Gerüstarten im Bauwesen – Übersicht und Beschreibung

1. Auflagergerüste

Auflagergerüste dienen als temporäre Unterstützungskonstruktionen zur Aufnahme und Ableitung von Lasten in den Baugrund oder auf tragfähige Bauteile.
Verwendung:

  • Als Unterkonstruktion für Traggerüste, Schalungen oder Arbeitsplattformen
  • Bei Brückenbauwerken oder großformatigen Schalungsträgern
    Merkmale:
  • Oft aus Stahlrohrrahmen oder Systemstützen
  • Statisch exakt zu berechnen (z. B. bei großen Lasten)

2. Arbeitsgerüste

Diese Gerüste ermöglichen den Zugang zu Arbeitsflächen auf Baustellen, z. B. für Maurer-, Putz- oder Malerarbeiten.
Verwendung:

  • Klassisches Gerüst zur Ausführung von Bauleistungen an Fassaden, Decken, Wänden
    Merkmale:
  • Belagtragfähigkeit abgestimmt auf Arbeit und Lastklasse (z. B. Klasse 3 = 2,0 kN/m²)
  • In verschiedenen Höhen aufstellbar, modular erweiterbar

3. Fassadengerüste

Eine Form des Arbeitsgerüsts, das entlang von Fassaden aufgebaut wird.
Verwendung:

  • Für Putz-, Dämm-, Maler-, Montage- oder Sanierungsarbeiten an Außenwänden
    Merkmale:
  • Fest an der Fassade verankert (Verankerungsdübel, Konsolen)
  • Besteht meist aus Modulsystemen mit Längs- und Querstreben
  • Kann mit Wetterschutzplanen oder Fangnetzen ergänzt werden

Aktueller Wohntrend

4. Hängebühnen

Schwebende Arbeitsplattformen, die an Seilen, Ketten oder Trägern aufgehängt werden.
Verwendung:

  • Bei schwer zugänglichen Fassaden (z. B. Hochhäuser, Glasfassaden)
  • Für Reinigungs-, Reparatur- oder Montagearbeiten
    Merkmale:
  • Höhenverstellbar, elektrisch oder manuell betrieben
  • Alternative zu konventionellen Fassadengerüsten
  • Erfordert gesicherten Aufhängepunkt und Sicherheitsnachweise

5. Gerüstverbreiterungen

Ergänzungen zum Standardgerüst, um zusätzliche Arbeitsfläche oder Zugang zu schaffen.
Verwendung:

  • Zur Überbrückung von Vorsprüngen, Erkern oder Dachüberständen
  • Erhöhung der Arbeitssicherheit bei beengten Platzverhältnissen
    Merkmale:
  • Ausleger, Konsolen oder zusätzliche Beläge
  • Müssen statisch abgestimmt und verankert sein

6. Kletterbühnen (Kletterschalungen)

Selbstkletternde oder hydraulisch nach oben versetzbare Plattformen, vor allem im Hochhausbau.
Verwendung:

  • Bei Betonierarbeiten in Etappen (z. B. Hochhäuser, Türme, Silos)
    Merkmale:
  • Können ohne Kran versetzt werden
  • Integrieren oft auch Schalungssysteme
  • Höhere Planungskomplexität und technische Überwachung notwendig
Kosten von Hochbauten
7. Rollgerüste (Fahrgerüste)

Leichte Gerüste mit fahrbarem Untergestell – mobil einsetzbar.
Verwendung:

  • Für Innenausbau, Wartung oder Montagearbeiten auf ebenem Untergrund
    Merkmale:
  • Meist aus Aluminium, mit Rollen und Bremsen
  • Schneller Auf- und Abbau
  • Begrenzte Arbeitshöhe (meist < 10 m innen, < 8 m außen)

8. Schutzgerüste

Gerüste mit zusätzlichen Vorrichtungen zur Absicherung vor herabfallenden Gegenständen oder zum Schutz von Personen.
Verwendung:

  • Bei Dacharbeiten, Abriss, Arbeiten über Gehwegen oder Verkehrsflächen
    Merkmale:
  • Integrierte Fangnetze, Schutzdächer oder Gitter
  • Häufig mit Überkopf-Abdeckung (z. B. Fußgängerschutz)
  • Dienen dem Arbeitsschutz und der Verkehrssicherung

9. Standgerüste

Klassische, nicht bewegliche Gerüste, die auf dem Boden oder tragfähigem Untergrund stehen.
Verwendung:

  • Für langfristige Arbeiten an Bauwerken
    Merkmale:
  • Feste Verankerung am Baukörper
  • Kann mehrgeschossig aufgebaut werden
  • Hohe Tragfähigkeit, erweiterbar mit Zusatzkomponenten

10. Traggerüste

Gerüste, die speziell zur Aufnahme von hohen Lasten aus Schalungen, Decken oder Brücken verwendet werden.
Verwendung:

  • Im Brückenbau, bei großflächigen Betonbauteilen
    Merkmale:
  • Hohe Tragfähigkeit durch massive Stützkonstruktionen
  • Erfordert genaue statische Berechnungen
  • Oft mit Auflagergerüsten kombiniert

11. Wetterschutzgerüste (Wetterschutzdächer)

Gerüstsysteme mit Überdachung, um Arbeitsbereiche witterungsunabhängig zu machen.
Verwendung:

  • Für Arbeiten in den Wintermonaten oder bei empfindlichen Bauteilen
  • Zum Schutz vor Regen, Schnee und Wind
    Merkmale:
  • Dachkonstruktionen aus Trägern und Planen (z. B. PE- oder PVC-Folie)
  • Modular oder verschiebbar ausgebildet
  • Kombinierbar mit Fassadengerüsten

ATV VOB/C DIN 18451 - Abrechnung der Geüstarbeiten

 
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